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Luis Suarez: Da oben und nirgendwo sonst.

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Selten hat der anstehende Wechsel eines Spielers mich so bewegt wie der von Luis Suarez, der allem Anschein nach den Liverpool FC noch in diesem Sommer verlassen wird. Unzählige durchsichtige und undurchsichtige Quellen wollen wissen, dass der FC Barcelona bereit ist, 30 Millionen plus Alexis Sanchez zu bieten.

Alexis Sanchez. Der wird den Reds keinen „Negro“-Skandal, weniger Schwalbenkunstsprünge und erst recht keine gekonnt gesetzten Bisse in die Schultern, Arme, sonstigen Gliedmaßen der Gegner bieten. Ist das nicht zu langweilig? Schmoll-Torres und eben der große Luis Suarez haben in puncto Entertainment den LFC ziemlich weit nach vorn gebracht. Wir haben beide geliebt und gehasst, geschimpft und heimlich gekichert, wenn Suarez wieder einen Freistoß gezogen hat.

Sanchez wird keine 30+ Tore in der Saison schießen. Kein Spieler wird das in den nächsten Jahren bei Liverpool tun. Die 30+-Spieler sind da oben mit den Cristianos und Messis, nicht hier unten bei den Hendersons, Allens und seit neuestem Lallanas. Das passiert einmal im Jahrzehnt – wenn überhaupt.

Wie wird also in die nächste Champions-League-Saison gestartet? Wird es Sturridge richten? Könnte es Sanchez, falls er verpflichtet wird? Diese Fragen sind aktuell nicht zu beantworten. Noch ist der Kader nicht fertig, die Vorlagengeber noch nicht zur Gänze benannt.

Luis Suarez ist aktuell einer der besten Offensivspieler der Welt. Sein Einfluss auf den wiedergewonnen Erfolg von Liverpool würde ich beinahe so hoch einschätzen wie den von Brendan Rodgers. Rodgers hat es geschafft, nach Kenny wieder Struktur in den Kader, den Verein und die Spielweise zu bringen. Suarez hat ihm die Tore geschossen. Ein Traumpaar mit gelegentlichen Zickereien, wie es in allen stürmischen Beziehungen der Fall ist.

Jetzt verlässt Suarez das Team und Rodgers. Wofür? Um da oben mit den anderen zu spielen. Da oben, wo er nicht um die Teilnahme an der Königsklasse kämpft, sondern um den Titel. Da oben, wo er zukünftig mit Iniesta und Messi aufläuft. Da oben, wo das ganze Camp Nou seinen Namen schreit, während über Barcelona die Sonne untergeht. Da oben gehört er hin. Nicht in die kalte, regnerische Novembernacht in Stoke oder sonstwo.

Zum Abschied wird er dem Liverpool Football Club eine vereinsinterne Rekord-Ablösesumme schenken. Im Prinzip schenkte er Liverpool schon die gesamte letzte Saison. Locker hätte er letzten Sommer zu Ibra nach Paris gehen können. Aber er entschied sich für Liverpool und – so ehrlich müssen wir sein – wahrscheinlich eine saftige Gehaltserhöhung.

Also vielen Dank dafür, Luis. Vielen Dank für die Aufopferung auf dem Feld, diese Masse an Toren und fast genauso vielen Vorlagen (!) noch dazu. Vielen Dank für internationalen Glanz zwischen Flanagan und den anderen Schiefgrinsern. Für die Zukunft wünsche ich Dir mehr Unterstützung, was die Kanalisierung Deiner Emotionen auf dem Feld betrifft, mehr Gelassenheit und Ruhe.

Da oben gehörst Du hin.

Written by laurareinkens

Juli 2, 2014 at 12:37 pm